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Rostock - Die Rostocker Aalschlange am Rathaus

Nienhagen, Mecklenburg-Vorpommern

Gespensterwald am Meeresrand der Ostsee

Das idyllische Ostseebad Nienhagen liegt nur wenige Kilometer westlich von Rostock-Warnemünde und hat eine ausgeprägte Steilküste. Wiederum westlich des Bades schließt sich das offiziell „Nienhäger Holz“ genannte Waldgebiet an. Dieses ist eine Flurnamenbezeichnung der Forstwirtschaft.

Als „Gespensterwald“ gelten seit etwa um 1900 nur wenige Hektar des touristisch attraktiven Küstenwaldes. Mit seinen, von der See und dem Wind bizarr geformten, Buchen kann der „Gespensterwald“ besonders bei Sonnenuntergang oder Nebel ein gespenstisches Natur- schauspiel sein.

Gespenster („Trugbilder“) sind Geister, die in menschlicher Gestalt erscheinen. Oft in weißem Gewand, als Skelett oder in ihrer Kleidung, die sie zu Lebzeiten trugen. Zur Geisterstunde zwischen 24 und ein Uhr erscheinen sie bevorzugt. Mit dem ersten Hahnen- schrei sind sie verschwunden.

Es sind ruhelose Tote, Untote, unerlöste Seelen, die einst Menschen waren. Man glaubte, dass diese in ihrem Zwischenzustand noch etwas zu erledigen haben, eigene Untaten sühnen müssen oder auf ein Verbrechen hinweisen und erst danach erlöst sind. Nach dem

Theosophen Swedenborg liegt die oberste Grenze des „Gespensterlebens“ bei 30 Jahren. Spätestens dann geht es in Himmel oder Hölle.

Doch keine Angst: Böse Gespenster können guten Menschen nichts anhaben.

Text aus: Hartmut Schmied, Geister, Götter, Teufelssteine. Sagen- & Legendenführer Mecklenburg-Vorpommern 2018, 3. Auflage, Rostock 2018, Seite 117-118
Bild: Gespensterwald Nienhagen an der Ostseeküste bei Rostock, Foto: Hartmut Schmied