Zurück zum Petermännchen-Saal
Rostock - Die Rostocker Aalschlange am Rathaus

Parchim, Mecklenburg-Vorpommern

Bellachini – ein Zauber-Meister des Marketings

Am Moltkeplatz in Parchim steht das Gebäude der Sparkasse Parchim- Lübz. Es war und ist das „beste Haus am Platze“ – früher als „Wall-Hotel“. Hier starb am 24. Januar der damals populärste deutsche Zauberkünstler Samuel Bellachini (1827–1885) vor seinem Auftritt im Hotel.

Heute noch kann man den Festsaal des Hotels nachempfinden und sich in das 19. Jh. zurückversetzen. Viele Zauberer nutzten den Bekanntheitsgrad des berühmten Bellachini. Bis heute haben sich über 70 Zauberkünstler nach Samuel Bellachini benannt und so sein Andenken aufrecht gehalten.

Mindestens zweimal (1851 und 1885) war Bellachini in Parchim. An jedem seiner Auftrittsorte hat er auf den Märkten Werbung für seine Abendveranstaltungen gemacht. Es ist die Legende überlie-fert, dass sich Bellachini dazu auf den Parchimer Markt begab. Dort schickte er sich in vornehmer Kleidung an, Eier zu kaufen. Auf die Frage, was denn ein ausgesuchtes Ei koste, nannte die Marktfrau spöttisch einen sehr hohen Preis. Bellachini zahlte und schlug das Ei auf. Es fiel ein Goldstück heraus.

Er kaufte weitere Eier, um jedes Mal Gold heraus zu holen. Nach drei Eiern bedeckte die Frau den Korb und verkaufte nicht mehr. Sie schlug nun zum Gelächter der anderen ein Ei nach dem anderen auf – ohne Erfolg. Bellachini gab sich als Zauberer zu erkennen und lud die Marktfrau, die er gefoppt hatte, zur abendlichen Veranstaltung ein, wo er ihr einen neuen Korb mit Eiern herbeizauberte.

Text aus: Hartmut Schmied, Geister, Götter, Teufelssteine. Sagen- & Legendenführer Mecklenburg-Vorpommern 2018, 3. Auflage, Rostock 2018, Seite 119-120
Bild: Samuel Bellachini auf einem Werbefoto für seine Vorstellungen, Foto: ebenda, Seite 119